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Klimawandel
von Marcus Haas
 
Dass sich das Klima verändert, ist inzwischen allgemein bekannt und wer noch nicht weiß, was man unternehmen kann, um den eigenen Beitrag dazu gering zu halten, muss die letzten Jahre quasi verschlafen haben.
 
Aber der Klimawandel ist nicht aufzuhalten und wir können lediglich versuchen, das Ausmaß gering zu halten und seine Auswirkungen abzumildern. Für uns und die Natur bedeutet das, dass eine Anpassung stattfinden muss, so wie sie auch bei jedem vorhergehenden Klimawandel stattgefunden hat. Der Unterschied ist, dass der von den Menschen verschuldete Klimawandel ein größeres Tempo vorlegt und die Evolution vor die Herausforderung stellt, die nötigen Anpassungen schneller als sonst hervorzubringen.
 
Dass Evolution tatsächlich innerhalb weniger Dekaden stattfinden kann, beweist der Dorsch. Durch die Überfischung wurde – und wird – seine Zahl stark dezimiert, sodass das Überleben der Art zunehmend davon abhängt, möglichst früh mit der Vermehrung anzufangen. So hat sich die Zeit der Geschlechtsreife in den letzten Jahren vorverlegt, von 10 auf 6 Jahre, statt mit einer Größe von einem Meter erreicht der Dorsch die Geschlechtsreife inzwischen schon bei einer Größe von 65 Zentimetern.
 
Die Verhaltensänderungen beim Dorsch sind aber noch nicht zwingend genetisch bedingt, sondern erstmal nur eine Anpassung des Verhaltens und eine Reaktion auf ein größeres Angebot an Nahrung, dass die jungen Fische schneller wachsen lässt.
 
Etwas anders sieht das bei einer Unterart der Fruchtfliege aus (Drosophila subobscura). Bei ihr stellt man fest, dass Teile des Erbguts sich in Abhängigkeit von der Temperatur verändern. Vor über 40 Jahren stellte man fest, dass sich Abschnitte des Erbguts umkehren, wenn man weiter in den Norden kommt, und andere Abschnitte eher im Süden invertiert werden. Als die Proben von 1981 bis 2004 wiederholt wurden, stellte man fest, dass sie die südlichen Varianten auch weiter im Norden wiederfanden, was mit der Temperaturerhöhung der Fundorte in diesem Zeitraum korreliert zu sein scheint. Beim Vergleich der genetischen Veränderungen an einem Ort fand Joan Balanyá an der Universität von Barcelona heraus, dass diese innerhalb von nur zwei Jahrzenten aufgetreten waren.
 
Bei anderen Tieren konnte die genetische Drift bisher nur über längere Zeiträume festgestellt werden. So zum Beispiel bei den Adelie Pinguinen der Antarktis. Weil diese Tiere immer wieder zu ihren Nestern zurückkehren, konnte ihre genetische Herkunft über einen Zeitraum von 6000 Jahren untersucht werden. Die beobachteten Änderungen in der DNS könnten auf das Abbrechen von großen Eisbergen zurückzuführen sein – was auch im Zuge der globalen Erwärmung wieder